Welches Yoga unterrichte ich?

Eine klare Antwort gibt es nicht, da ich keinem besonderen Yogastil, Yogaschule oder Yoganamen folge, aber viele Yogastile habe ich in meiner, mehr als 20-jährigen Yogapraxis kennengelernt und in meinen Unterricht fließen gelassen.

 

In meinen Stunden bemühe ich mich, das Yoga Fundament bei einem Menschen zu schaffen; das heisst den Körper mit Yoga so zu kräftigen, dass man beqem, schmerzfrei, stabil, aufrecht und leichter wird. Alle Asanas führen eigentlich zu einem störungsfreien Meditationssitz, in dem es möglich ist, das wahre Selbst zu erfahren, so steht es in einigen Yogaschriften.

 

Es geht nicht darum, eine Leistung zu erbringen, zu schwitzen, sich auszupowern wie z.B. in einem Fitnessstudio, es geht meistens um "die Arbeit nach innen" - auf dem Weg in eine Haltung, in der Haltung und nach der Haltung. Wahrnehmen, spüren, verstehen, loslassen, ankommen, genießen, erkennen!

Körper und Geist im Yoga

 

Was sehr interessant ist, mit jeder Körperarbeit, so auch mit Yoga, können verschiedene Emotionen auf die Oberfläche kommen. Mit dieser (und vielen anderen) Charakteristiken unterscheidet sich Yoga deutlich vom Sport. Egal ob es um deine Schokoladen- oder Schattenseiten geht, Yoga ist ein Werkzeug um die Mechanismen des Geistes zu erkennen und das Körperbewusstsein zu pflegen.

 

Wenn du Yoga schon gemacht hast, vielleicht hast du deine Gedanken vor dem Yoga, während dem Yoga und nach dem Yoga beobachten können. Oft ist es so dass vor dem Yoga der Hormonhaushalt anders ist als nachher, was sich dementsprechend in positiveren und schöneren Gedanken manifestieren kann. Aber es liegt nicht nur an Hormonen.

 

Gedanken sind Vorstellungen, Erwartungen, Meinungen, Einstellungen. Der Geist wird in der Yogaphilosophie oft als vom Ast zu Ast springender Affe beschrieben. Das Ziel des Yoga ist es nicht, sie zu unterdrücken oder still zu machen (wie man das oft in den Übersetzungen findet), sondern einfach wahrzunehmen, so wie sie sind, ohne Beurteilung. Man kann die "Arbeit des Geistes" nicht stoppen, weil das seine Natur ist. Damit erkennt man dass man selbst nicht der Geist ist, sondern "der Inhaber" oder "Inhaberin" des Geistes. Das ist das Raja Yoga Teil des Yoga, was im Endeffekt das Ziel des Yoga ist - Herrscherln des eigenen Geistes zu werden und sich nicht von den Gedanken (sowie von niemandem) herrschen zu lassen.

Jede Yogastunde ist eine kleine Meditation, das heisst erkennen was WIRKLICH ist. Yoga lehrt diesen Unterschied zu erkennen. Beobachte deinen Geist vor, während und nach der Yogastunde und lerne aus eigener Erfahrung.

 

Yoga im Alltag

Viele verwechseln fortgeschrittenes Yoga mit komplizierten, akrobatischen Asanas (Yogakörperhaltungen). Sie sind herausfordernd und schön, sie haben eine bestimmte Wirkung. Für mich ist aber fortgeschrittenes Yoga, Yoga im Alltag anzuwenden. Yoga als eine Yogastunde oder Kurs hilft, das in der Yogastunde Erlernte, in den Alltag zu integrieren. Eine Yogastunde ist eigentlich nur eine Vorbereitung für die konkreten Lebenssituationen. Ich bin überzeugt je mehr wir den Körper, Geist und die Seele mit wohltuenden "Nährstoffen" nähren (und Yoga ist eins davon, neben vielen anderen Methoden wie z.B. Feldenkrais, Qi Gong etc.), desto mehr und harmonischer können wir das Yoga auch ausserhalb der Yogamatte, im alltäglichen Leben umsetzen, aber das wichtigste ist es, Yoga überhaupt zu praktizieren, ohne Erwartungen und Konzepte im Kopf, Yoga wirken zu lassen.